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Die Veden offenbaren Gott als das absolute Individuum. Gott ist kein
menschliches weltliches Wesen. Seiner Natur nach ist Er ewig (sat),
allmächtig, von uneingeschränktem Bewusstsein (cit) und voller
transzendentaler Freude (ananda). Er ist der Ursprung aller Schöpfung
und aller Lebewesen (aller Seelen).
Im Unterschied zu Gott sind wir
uns unserer transzendenten Natur nicht bewusst. Unsere wahre Natur
wird durch materielle Energien verhüllt (siehe auch
Selbsterkenntnis), wohingegen Gott
niemals in den illusionierenden Einfluss SEINER materiellen Energien
gelangt.
Es mag auf den ersten Blick erstaunen, dass in anderen Teilen der
vedischen Schriften ein unpersönliches Gottesverständnis vermittelt
wird; Gott als alldurchdringende Energie, als das transzendentale, ewig
leuchtende Brahman.
Die Weisen der vedischen Kultur beschreiben beide Aspekte Gottes als
erfahrbare Realitäten, sowohl den unpersönlichen (Brahman) wie auch den
individuellen/persönlichen (bhagavan, krishna). Beide sind
transzendentale Aspekte Gottes und sollten daher nicht als Illusion
verkannt werden.
Die Caitanya-Vaisnavas
fühlen sich allerdings mehr vom persönlichen Aspekt Gottes angezogen, da
sie als (relative) Individuen mit dem Absoluten Individuum Gottes in
Beziehung treten. In dieser vertraulichen Beziehung zu Gott entfaltet sich
die ekstatische Gottesliebe (prema bhakti).
Diese transzendentale Freude des liebevollen Austausches zwischen Gott (krishna)
und den Seelen (atma) übertrifft alle in der materiellen Welt
erfahrbaren Freuden. Diese Freude entspricht dem ureigenen Wesen der
unverhüllten Seele.
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