
(Thema Irrwege und Umwege)
Ein Indiz für ein fehlgeleitetes Guru-Prinzip ist,
wenn die gesammte Hingabe des Schülers zum Guru fliesst, statt zu
Krishna. Der Guru, der das Bewusstsein seines Schülers für sich
in Anspruch nimmt, läuft Gefahr, erneut sein eigenes (falsches) Ego zu
nähren und bringt somit weder den Schüler noch sich selber näher zu
Krishna. Der fehlgeleitete Guru verwendet die Krishna-Philosophie als
Konzept. Die Faszination dieses Konzeptes lässt dann das Bewusstsein
des Schülers zum Guru fliessen . Der Guru, der dann diese Aufmerksamkeit
(= Energie) für sich geniesst, versteht das spirituelle Prinzip der
Hingabe zu Krishna nicht. Diese unverwirklichte, und nicht selber
erlebte Krishna-Philosophie dient solchen „Gurus“, um den Suchenden an
sich zu binden. Die Bindung wird darüber hinaus oft durch subtile
Angstmacherei (Dogmen) verstärkt.
Gewisse Gurus lassen sich dazu noch als „nicht
verschieden von Krishna“ verehren. Obwohl die Vaisnava-Tradition den
wahren Guru als einen Äusseren Repräsentanten der Überseele akzeptiert,
so liegt doch gerade hier die grosse Gefahr des Missbrauches nahe.
Die Folge aus dem fehlgeleitetem Guru-Prinzip sind
unmündige und unselbständige Schüler mit schwa-chem Selbstbewusstsein
und Tendenzen zum Fanatismus.