Prüfe (deine Wahrnehmung der inneren
Stimme) mit der Hilfe des (äusseren) Guru, den Worten grosser
Heiliger und den spirituellen Schriften (doch entscheide letztendlich mit deinem Herzen!).
Die
innere Stimme
im Herzen, der direkte Ruf Gottes,
sollte in unserem Weg zu Ihm immer an erster Stelle kommen. Wenn wir immer wieder die innere Stimme hören oder fühlen
und sie ernst nehmen, werden wir auch äussere Bestätigungen erhalten. Wir
werden erkennen können, dass die innere Stimme tatsächlich die Wahrheit
vermittelte und wir Fortschritte machen. So wächst unser Vertrauen in die
innere Stimme und schlussendlich in Gott. Wer nicht das Ziel hat die
innere Stimme zu hören, kann seine Ent-Täuschungen mit "Gurus"
erleben.
Die vedischen Schriften empfehlen, dass man sich mit Vertrauen
und Hingabe an selbstverwirklichte Seelen, die in direkter
Verbindung zu Gott stehen, wenden solle. Diese Aussage ist
jedoch kein Widerspruch zur Aufforderung auf die
innere Stimme zu hören. Wie jedoch, wenn nicht mit der Hilfe der
inneren Stimme, sollen wir erkennen, ob die Person, die mit uns in
Kontakt tritt, auch eine selbstverwirklichte Seele ist, die in
direkter Verbindung mit Gott steht?
Es
heisst ausserdem nirgends in den vedischen Schriften, dass man nur einen
Guru haben darf. Die innere Stimme kann sich in unterschiedlichsten
Formen äusserlich widerspiegeln (siksa guru). Jede Person kann
(bewusst oder unbewusst) eine Botschaft zu uns tragen, von der wir
spüren, dass sie aus Gottes Willen für uns bestimmt ist.
Selbst die Eigenart von Pflanzen und das Verhalten von Tieren,
können in uns Erkenntnisse auslösen. In diesem Sinne können auch Sie
die innere Stimme repräsentieren und so als Lehrer dienen.
Wer aktiv einen Guru (=Gottesvermittler, sadhu) sucht, soll den
Fokus darauf legen, Menschen zu finden, die Liebe zu Gott im Herzen
tragen. Oft wollen diese Menschen nach aussen hin nicht als Guru
oder spirituelle Meister auftreten. Der echte Guru ist ein
Transzendentalist, der die spirituelle Realität selber wahrnimmt. In
der Gemeinschaft mit einem echten sadhu entspringt dem Herzen eine
spontane Zuneigung zu Krishna/Gott. Der sadhu nimmt den „Schüler“
mit seinem gesamten Umfeld und seiner momentanen Lebenssituation
wahr und hilft ihm, sodass dieser selbständig seine nächsten
Schritte auf dem Weg zu Krishna/Gott in Angriff nehmen kann. Die
Qualifikation eines Gurus erkennt man daran, dass er seine Schüler
informiert und inspiriert, ohne dass er seine Schüler an seine
Person bindet, Abhängigkeiten erzeugt oder grosse Schülerschaften um
sich schart.