
(Thema Der Weg zu Krishna)
Die im
JETZT erfahrene Welt ist zum Zeitpunkt des Erlebens existent, bzw. eine
Realität. Die Zeit ist jedoch die Vernichterin der Realitäten. Was heute
existiert, muss morgen nicht mehr sein. Materie ist im Strom der Zeit
beliebig umformbar. Es ist die Zeit, die alles erschafft und wieder
vernichtet.
Dennoch hat
diese endlos wandelbare Welt etwas Beständiges, etwas von realem Wert
für den Suchenden: Sie ist die verzerrte Spiegelung der spirituellen
Realität. Der reale Hintergrund hinter der zeitweiligen Spiegelung
ist die ewige transzendentale Realität.
Der
Spiegelung fehlen jedoch immer die Dimensionen des Gespiegelten. Als
Analogie aus dieser Welt mag das Spiegelbild eines glatten Teiches
dienen: Wir sehen durch die Reflektion der Wasseroberfläche das
2-dimensionale Bild des Gespiegelten. Doch gibt das Spiegelbild nur eine
Ahnung von der gespiegelten Realität. Es fehlt z.B. die
3-Dimensionalität der Umgebung, die Möglichkeit Bäume zu fühlen, Blumen
zu riechen, Vogelgezwitscher zu hören, einen Luftzug zu fühlen usw.
Dennoch
kann ein Spiegelbild, mag es auch verzerrt und trüb sein, die Erinnerung
an das Gespiegelte erwecken. Durch den Fokus des Suchenden auf das
Spirituelle können also aus der Wahrnehmung dieser materiellen Welt
Erinnerungen der Seele an die wahre spirituelle Natur geweckt werden.
Die
Mängel des Spiegelbildes
In der
Reflektion, der materiellen Welt, fehlen die Dimensionen der Natur der
Seele. Da wir meistens nur die materielle Welt wahrnehmen, herrscht ein
stetiger Mangel. Die Seele ist von Natur aus ewig, voller
Bewusstsein und voller Freude. Der Mangel entsteht grundsätzlich aus:
- der
Vergänglichkeit dieser Welt
- dem
eingeschränkten und bedeckten Bewusstsein - den stetig wiederkehrenden
leidvollen Erfahrungen.
Die
Erfahrung von Leid, Vergänglichkeit und bedecktem Bewusstsein ist nicht
eine "böse Absicht Gottes", sondern lediglich die natürliche Folge aus
dem Wunsch, ein von Gott abgewandtes egozentriertes Leben zu führen.
Die ewige
Seele ist unbegrenzt und kann daher durch etwas Begrenztes und
Zeitweiliges niemals zufrieden werden. Nur die Unbegrenztheit Gottes
erfüllt sämtliche Bedürfnisse der Seele, ohne die direkte
Gotteserfahrung kann die Seele nicht dauerhaft glücklich sein.