
(Thema Irrwege und Umwege)
Wer vedische Schriften gelesen hat oder mit einer Bewegung in Kontakt
kam, die ihre Wurzeln in den altindischen vedischen Schriften hat, dem
wird aufgefallen sein, dass dort die indische Kultur deutlich sichtbar ist.
Aber... die vedische Kultur macht nicht von alleine gottesbewusst.
Die Art der Kleidung und des Haarschnittes, das Vollbringen von Zeremonien und Ritualen
machen alleine nicht gottesbewusst. Ernährungsvorschriften machen
ebenfalls nicht gottesbewusst. Nicht mal das rezitieren von Mantras und
Gebeten macht "automatisch" gottesbewusst. Es gibt keine
Automatismen in der Transzendenz.
Dem einen mag es helfen, gewisse kulturelle Aspekte der vedischen
Schriften im eigenen Leben zu integrieren, weil er somit sein
Bewusstsein besser auf Krishna lenken kann. Für jemand anders
wäre jedoch das Befolgen der vielen kulturellen Aspekte ein Hindernis
und eine Störung im Leben.
Wesentlich ist, dass das Bewusstsein auf Gott / Krishna gelenkt
wird. Ob mit oder ohne äussere vedische Kultur. Sich immer an Krisha
zu erinnern und Ihn nie zu vergessen, das ist die Essenz.
Dennoch lohnt es sich, die vedische Kultur zu studieren.
Grundsätzlich lehrt sie den Pfad zur Tugend und Reinheit (sattva),
welche das spirituelle Leben stützen kann. Viele Regeln, Rituale und Handlungen
der Vaisnava-Kultur helfen das eigene Bewusstsein auf Krishna zu
richten, beziehungsweise sich in irgend einer Form an Ihn erinnern zu
können.
Welche Aspekte der Vaisnava-Kultur nun für unsere momentane Situation
und für unseren Fortschritt auf dem Weg zu Krishna förderlich sind,
sollten wir selber erspüren.